1.7.19

Ein Tesla hat keine (vorbeugende?) Wartung nötig

„Wusstest du schon ...?

... dass der Siedepunkt deiner Bremsflüssigkeit sinkt, wenn Feuchtigkeit in dein Bremssystem eindringt? Und das passiert unweigerlich, selbst im Stand. Denn zum einen ist kein Bremssystem absolut dicht, zum anderen sind Bremsflüssigkeiten hygroskopisch, also wasseranziehend. Deshalb sollte die Bremsflüssigkeit am besten jährlich gewechselt werden, bei hoher Beanspruchung im Rennbetrieb gerne auch häufiger.“

Diese Zeilen schrieb mir gerade einer der Anbieter für Rennstreckentrainings, bei denen ich meinem Sportmotorrad gelegentlich Auslauf gewähre. Ich kann zu dem Thema sogar noch etwas mit Wissen protzen, weiß ich doch um den Grund für die geschilderten Eigenschaften der Bremsflüssigkeit: Die Bremsleitungen werden - anders als Getriebe oder gar Verbrennungsmotoren - nicht regelmäßig soweit erwärmt, dass das eingedrungene Wasser im Regelbetrieb von selbst verdunstet. Also muss die Bremsflüssigkeit dieses Wasser binden können. Beim daraufhin eingesetzten hygroskopischen Öl sinkt aber mit zunehmendem Wasseranteil der Siedepunkt. Hier gibt es dann eine Verschleißgrenze in Form einer Mindestsiedetemperatur, nach der die Bremsflüssigkeit gewechselt werden soll, damit man im Notfall auch mal kräftig bremsen kann; ggf. auch mehrfach hintereinander.

Das kann man natürlich ignorieren, (mir, ?) wird schon nichts passieren. Wir bleiben aber dran: Was geschieht weiter, wenn die Fähigkeit der Bremsflüssigkeit, Wasser aufzunehmen, völlig erschöpft ist? Dann beginnen die Bremsenbauteile (Bremsleitungen, Bremszylinder, Bremskolben) von innen zu korrodieren. Spätestens wenn schließlich die Bremskolben nicht mehr gängig sind, wird man wohl den Weg in die Werkstatt nehmen müssen; da hilft dann auch kein Software-Update. Wohl dem, der dann nicht sechs Wochen auf einen Werkstatttermin warten muss (und über ein volles Portemonnaie verfügt).

1 Kommentar:

  1. Nachtrag vom 20.07.21: Es gibt ja doch einen Wartungsplan, auch wenn Tesla die Arbeiten nur *empfiehlt*: „Tesla empfiehlt, die Bremsflüssigkeit alle 2 Jahre auf Kontaminierung zu prüfen und ggf. zu wechseln.“ (Quelle: https://www.tesla.com/de_DE/support/car-maintenance ) Der Begriff „Kontaminierung“ ist vermutlich einer schlampigen Übersetzung geschuldet…

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