29.10.20

Peak Civilization

 


Bin heute wieder über diese beinahe unglaubliche Geschichte ins Denken gekommen:

1. Man stelle sich die Gefühle von Klym Tschurjumow und Swetlana Gerassimenko vor, als der von ihnen 1969 entdeckte Komet 2014 von der Rosetta-Sonde besucht wird und mit Philae sogar ein Lander aufsetzt – und wie schön, dass Tschurjumow dies noch vor seinem Tod 2016 miterleben konnte.

2. In den Tiefen des Alls landet dann 2016 Rosetta neben dem ja etwas unglücklich aufgekommenen Phielae, sodass die beiden nun gemeinsam auf dem Kometen weiter um die Sonne kreisen.

3. Auch in den Tiefen des Alls: ist die Geologie der diversen besuchten Himmelskörper sehr viel vielgestaltiger als wir uns dies von der Erde aus vorstellen konnten – Siehe Ergebnisse der https://de.wikipedia.org/wiki/Galileo_(Raumsonde)

4. Hier auf der Erde können Menschen sowas (nur Erforschung mittels Lander Philae):

    • Forschungsziel war im Wesentlichen die Analyse des über vier Milliarden Jahre alten Materials, aus dem der Komet besteht. Unter anderem sollte zur Frage der Herkunft des irdischen Wassers das Eis des Kometen durch verschiedene physikalisch-chemische Messungen auf seine Isotopenzusammensetzung untersucht werden. Des Weiteren sollte das Kometeneis auf organische Verbindungen wie z. B. Aminosäuren untersucht werden, um der Beantwortung der Frage zur Herkunft des Lebens möglicherweise näher zu kommen.[20]

    • Dazu ließ Rosetta am 12. November 2014 den Lander Philae auf den Kometen fallen. Vom vorgesehenen Landeplatz, der in Anlehnung an eine Nilinsel „Agilkia“ heißt, prallte der Lander ab und kam nach zwei weiten, sehr langsamen Hüpfern an einer „Abydos“ genannten, ungünstigen Stelle und in ungünstiger Lage zur Ruhe. In den 63 Stunden bis zum Erschöpfen der Primärbatterien des Landers wurde eine Reihe von Experimenten automatisch ausgeführt, Daten erfasst und über Rosetta zur Erde übertragen.[21] Die Daten stammen von Agilkia, Abydos und – in Teamarbeit mit Rosetta – vom Inneren des Kometenkopfs. Eine erste Serie wissenschaftlicher Veröffentlichungen erschien im Juli 2015 in Science:[22]

    • Während des Abstiegs und der Hüpfer wurden optische und Infrarotaufnahmen gemacht und mit Radar und Magnetometern sondiert. Die Magnetfeldmessungen ergaben, dass der Komet nicht magnetisiert ist, also zur Zeit seiner Bildung kein ausreichend starkes Feld vorhanden war, das die womöglich magnetisierten Partikel ausgerichtet hätte.[23]

    • Die Aufnahmen der Abstiegskamera ROLIS zeigen, dass Agilkia von einer bis zu 2 m dicken Schicht Regolith bedeckt ist, mit Körnern von Zentimetern bis zu 5 m großen Blöcken. Die Nahaufnahmen sind rau bis zur Auflösungsgrenze von 1 cm pro Pixel, also ohne eine abgelagerte Sand- oder Staubschicht, was vermutlich die Folge von Bewegungen des Materials ist. Formen, die an Windverwehungen erinnern, werden als Folge von Erosion durch zurückfallende Partikel gedeutet.[24]

    • Bei Abydos kam die Panoramakamera CIVA (im IR und sichtbaren Licht) zum Einsatz und zeigte gebrochen-felsige Strukturen mit variierendem Rückstrahlvermögen und Einschlüssen (in Wassereis) verschiedener Korngröße.[25] Das MUPUS-Experiment setzte eine Thermosonde ein, um die Wärmeeindringkoeffizienten zu bestimmen. Der Wert von 85 ± 35 J·K−1·m−2·s−1/2 und das nur teilweise Eindringen des Temperaturfühlers in das überraschend feste Material – Druckfestigkeit größer 2 MPa – deutet auf schmutziges Eis mit einem Anteil von 30 bis 65 % feiner Poren hin.[26]

    • Eine deutlich höhere Porosität von 75 bis 85 % für das Innere des Kometen lieferte die Durchleuchtung des Kometenkopfes mit Radiowellen (90 MHz) während Rosetta den Kometen umflog (bistatisches Radar, Laufzeit, Absorption, Kleinwinkelstreuung, Experiment CONSERT). Das Mineral/Eis-Volumenverhältnis wurde durch diese Messungen nur unsicher erfasst, 0,4 bis 2,6. Die räumliche Variation ist oberhalb der Auflösungsgrenze von einigen zehn Metern gering.[27]

    • COSAC und Ptolemy sind Massenspektrometerexperimente für flüchtige bzw. höhermolekulare Verbindungen. Deren Messungen erfolgten 25 bzw. 20 Minuten nach dem ersten Bodenkontakt, also in etwa einem Kilometer Höhe. COSAC arbeitete im empfindlicheren Sniffing-Modus, also ohne vorherige Trennmethoden (u. a. in Enantiomere). Unter den 16 identifizierten Verbindungen waren Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen, aber keine Schwefelverbindungen. Vier der Verbindungen, Methylisocyanat, Aceton, Propionaldehyd und Acetamid, waren zuvor noch nicht in Kometen nachgewiesen worden, aber ihr Vorkommen ist nicht überraschend.[28]

    • Mit Ptolemy konnte ein Massenspektrum von Körnern, die auf den Lander gefallen waren, gewonnen werden. Das Material wurde im Massenspektrometer fragmentiert. Regelmäßige Abstände von 14 und 16 in m/z deuten auf -CH2- bzw. -O- als Strukturelement von Polymeren hin. Aromaten und Schwefelverbindungen kommen nicht vor, Stickstoffverbindungen in geringen Mengen.[29]

5. Auch hier auf der Erde: können Menschen dies und alles Mögliche andere in einer für Jedermann zugängliche Wissensbasis zusammentragen - https://de.wikipedia.org/wiki/Tschurjumow-Gerassimenko#Erforschung_mittels_Lander_Philae

6. Auch hier auf der Erde: können Menschen über genetische Epidemiologie Infektionsketten bei der vom Virus SARS-CoV-2 hervorgerufenen Erkrankung / Pandemie zurückverfolgen helfen (neben dem Verfolgen der Mutationszweige dieses oder anderer Viren) - https://nextstrain.org/ncov/global?lang=de

7. Auch hier auf der Erde: lassen sich Menschen von Scharlatanen und Scharfmachern verschiedenster Couleur an der Nase herumführen und gegeneinander aufwiegeln. Allen Bemühungen der Zivilgesellschaft zum Trotz, unsere Gesellschaft mit so wenigen Verlusten wie möglich durch die anstehenden Katastrophen zu führen – egal ob die nächsten Monate durch die Pandemie oder die nächsten Dekaden durch den Klimawandel – halten sie wider jede Vernunft dagegen. Andere enthaupten in ihrer Verblendung gar gänzlich unbeteiligte Menschen.

Fühle mich gerade ganz erdrückt von dieser Diskrepanz.

Welches Motiv treibt die Scharlatane und Scharfmacher? Warum lassen sich so viele Menschen an der Nase herumführen? Kommen wir mit der Zivilisation überhaupt noch voran?



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